Abgeschickt von Blue am 21 Dezember, 2007 um 06:42:25
Antwort auf: Re: Aarons Geschichte es tut immer noch weh... von Romy am 17 Dezember, 2007 um 17:00:47:

Hallo Romy,
irgendwie verstehe ich Dich nicht. Jeder muss mal von seinem Tier Abschied nehmen. Das ist ganz klar. Aber vor einem Abschied wie bei Dir habe ich immer Angst. Borreliose ist behandelbar und KEIN Todesurteil. Da Ihr nicht wusstet, was es war, kann ich nachvollziehen, dass Ihr sein Leid beendet habt, aber habt Ihr das nicht bereut, nachdem die Diagnose kam? Die Hündin meiner Freundin hatte auch Borreliose. Da gab es Antibiotika für relativ lange Zeit und nun geht es dem Hund wieder gut.
Meine Hunde wurden auch eingeschläfert. Bauz war 11 1/2 Jahre und hatte Herzprobleme. Das Wasser in der Lunge hat ihn nachts kaum noch atmen lassen und da auch die Uniklinik keine Chance mehr sah, ihm zu helfen, wurde er eingeschläfert. Das war für mich ein Weltuntergang, denn ich war erst 15 und ein halbes Jahr davor war mein Kaninchen Hasi gestorben.
Sindy wurde sein Nachfolger und musste sehr unter dem hohen Maßstab leiden, den Bauz vorgegeben hatte. Es ist nämlich nicht immer so leicht, einem neuen Hund eine echte Chance zu geben, wenn man den alten noch gar nicht loslassen kann. Aber Sindy gewann irgendwann doch unsere Herzen. Auch sie wurde eingeschläfert. Sie fraß nichts mehr, bekam die letzten Wochen ständig Infektionen, war sehr schwach und bereits 15 Jahre alt.
Aber ich habe es mir nie leicht gemacht und immer versucht, nicht zu früh und nicht zu spät einzuschläfern. Bei Sindy war es eher spät, da sie einige Infektionen (einmal Parvovirose, mehrere Blasenentzündungen) durchstehen musste, bevor ich akzeptierte, dass es vorbei ist.
Aber wenn ich hier lese, dass Dein Hund zwei Tage vor einer möglicherweise rettenden Diagnose eingeschläfert wurde, denke ich doch, dass man auch zu früh einschläfern kann, vor allem, wenn man die genaue Diagnose bzw. Prognose nicht kennt. Das soll jetzt kein Vorwurf sein, da es Eurem Schatz ja richtig dreckig ging und auch Ihr jede Hoffnung verloren hattet. Trotzdem finde ich Deinen Satz etwas seltsam bei der Geschichte.
: Und weißt Du, jetzt würde ich mich immer wieder für den Schritt der Erlösung entscheiden, für den Fall, dass es irgendwann nicht mehr geht.
Wenn es nicht mehr geht, ist Erlösung sicher der einzige Weg, nur ist es nicht so einfach festzustellen, wann es wirklich nicht mehr geht. Meine Alexa z.B. hat sich mit 9 Jahren den Fußwurzelknochen gebrochen. Meine Mutter meinte gleich: Lass den Hund einschläfern. Der hat bestimmt Glasknochen und quält sich sonst nur mit immer neuen Brüchen rum wie manch alter Mensch.
Alexa wurde nicht eingeschläfert, sondern für 1200 Euro behandelt. Der Abschied vom Geld schmerzt zwar, da wir es nicht so "locker" haben, aber dafür liegt Alexa nun mit 11 1/2 Jahren friedlich schlafend neben mir. Die Schmerzen des Bruches sind längst vergessen und es geht ihr gut. Die Pfote ist wegen der Metallschraube etwas dicker, aber das ist mir egal. Hunde sind zum Glück nicht eitel. Nun ist sie altersbedingt herzkrank, bekommt Tabletten, aber solange sie nicht leidet, darf sie leben, rennen, Spaß haben. Ich hoffe, sie ärgert mich noch viele Jahre. ;-)
Damit Du mich nicht missverstehst: Ich verstehe durchaus, dass Du Deinen Hund einschläfern hast lassen, da er so litt und Du keine Aussicht auf Besserung gesehen hast. Was ich nicht verstehe ist, dass Du im Nachhinein keinerlei Bedenken hast, ob es nicht doch zu früh war.
Borreliose ist in den meisten Fällen heilbar.
@Daniela: Es ist Sinn einer Impfung, dass der Körper Antikörper bildet, um vor einer eventuellen Infektion zu schützen. Deshalb ist z.B. ein Bluttest auf TBC bei dagegen geimpften Leuten sinnlos. Er wäre immer positiv, auch wenn sie nie erkrankt sind. Ich denke, dass ist bei Borreliose-Impfungen nicht anders. Wer testet also einen geimpften Hund auf Antikörper???
Ich habe seit 1985 2 Hunde (Bauz und Sindy), 9 Kaninchen (Hasi, Häschen, Jonnie, Kenan, Hexe, Socke, Fiene, Bam-Bam und Florentine) und zwei Zwerghamster (Wurschtl und Hamsterchen) verloren und ihnen eine Internetseite gewidmet. Meine Art der Trauerbewältigung. Jeder Tod hat eine eigene Geschichte, jedes Tier lebt in der Erinnerung weiter. Aber es fiel mir nie leicht, mich von einem Tier zu verabschieden und ich bin bei jedem Tier dankbar, das friedlich einschläft und mich nicht vor die Entscheidung stellt, es einschläfern zu müssen. Leider kommt das sehr selten vor. Meine größte Angst ist immer, dass ich ein Tier einschläfern lasse und dann erfahre, dass es geheilt werden hätte können. Zum Glück war ich nie in der Situation.
Traurige Grüße,
Nina
PS: Auf dem Bild sind Dalmatiner Sindy mit Kaninchen Jonnie