Abgeschickt von Blue am 02 Oktober, 2007 um 14:54:59
Antwort auf: Ratschlag von guido noll am 21 September, 2007 um 19:51:17:
Hallo,
Euer Hund ist im Flegelalter und es scheint, als hättet Ihr einiges versäumt! Trifft er andere denn nur angeleint? Ihr habt sehr wenig über ihn geschrieben, deshalb jetzt nur Vermutungen:
Im Normalfall geht man mit seinem Welpen ab der Tollwutimpfung ins Welpenspiel, dann ins Junghundetraining und dann in den ersten Erziehungskurs, damit der Hund von klein auf sein Sozialverhalten trainiert und man schon bei ersten Anzeichen von Problemen hilfreiche Tipps bekommt.
Ich gehe mal davon aus, dass Ihr das nicht getan habt oder Eure Hundeschule nicht viel taugt. Viele Hunde führen sich angeleint auf wie kleine Monster. Sowas muss man trainieren. Förderlich ist es dabei natürlich, wenn der Hund täglich Kontakt zu anderen, gut sozialisierten Hunden ohne Leine hat und ausreichend bewegt wird. Ein 1-jähriger Rüde braucht sehr viel Bewegung. Einen Spaziergang von 2 Stunden sitzt er auf einer Backe ab! ;-))
Die meisten Hunde werden mit 1-2 Jahren abgegeben, weil die Besitzer schlicht überfordert sind. Erst war er der süße Welpe und wickelte alle um den Finger, dann kommt er ins Flegelalter und je nach Temperament führt der Mangel an Erziehung ins totale Chaos. Sucht Euch Hundegruppen für gemeinsame Spaziergänge. Gemeinsames Toben mit Hunden lastet den Hund viel besser aus, er trainiert sein Sozialverhalten und man kann Erfahrungen austauschen.
Kastration kann bei rein hormonbedingten Problemen helfen. Ist ein Hund jedoch schlecht sozialisiert, weil er kaum Kontakt zu anderen Hunden hat oder ist er unterfordert oder einfach unerzogen, kann eine Kastration das Problem auch ausweiten. In meiner Nachbarschaft war z.B. ein kleiner Mixrüde, der ständig andere Rüden angegiftet hat. Nach der Kastration hat er das auf Hündinnen ausgeweitet und nun auch die angegriffen. (Sogar meine Hündin, mit der er unkastriert immer super gespielt hatte!)
Deshalb solltet Ihr ihn erst mal höchstens chemisch kastrieren lassen (Hormonspritze), um wenigstens annähernd die Auswirkungen erproben zu können. Besser fände ich es, Ihr sucht Euch eine kompetente Hundeschule/Hundeverein, wo man stzatt Gewalt und Gebrüll mit Lob und Leckerlies arbeitet und auf gutes Sozialverhalten wert legt. Wenn Ihr jetzt richtig mit ihm arbeitet, ihn auslastet und ihm die nötigen Kontakte findet, wird er nach dem Flegelalter in 1 bis 2 Jahren sicher ein Traumhund sein. Nur nicht aufgeben, denn in diesem Alter stellt Ihr die Weichen, ob Ihr auf Hundewanderungen stressfrei mitgehen könnt oder ständig einen kläffenden Hund an der Leine von anderen wegzerren müsst. Letzteres ist viel anstrengender als jetzt 1,2 Jahre richtig mit ihm arbeiten.
Alles Gute,
Nina